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Hier wurde er von seinen Schülern Apollo genannt, da seine Liebe zur Dichtung und zur Schönheit des Lebens bekannt und beachtet wurde. Während dieser Zeit widmete sich Wossidlo nimmermüde und rastlos seiner Sammlertätigkeit, ja -leidenschaft.

So gab er zum Beispiel das "Sagenvolksbuch" heraus, eine Sammlung mecklenburgischer Sagen.

Richard Wossidlo war kein Sprachforscher aber ein Volkskundler. Er wurde zum Vater der mecklenburgischen Heimatkunde. Man verglich ihn zu seiner Zeit mit Jakob Grimm, der zusammen mit seinem Bruder das Etymologische Wörterbuch veröffentlichte. So strahlten sein Ruf und sein Ruhm weit über die Grenzen Mecklenburgs und auch Deutschlands hinaus. Auf vielen Wanderungen durch Mecklenburgs Dörfer und Wälder spürte er Sagen und Überlieferungen auf. Mit Rat und Tat stand Wossidlo allen Heimatkundevereinen durch Vorträge und Aufsätze zur Seite.

Richard Wossidlo hat der Erforschung des mecklenburgischen Volks- tums sein ganzes Leben gewidmet und so sind seine Erfolge bei dieser schönen Aufgabe auch ganz außerordentlich gewesen. Zu keinem geringen Teil ist es ihm zu verdanken, dass trotz der schrecklichen Verwüstungen im Dreßigjährigen Krieg der Bestand an Sagen und Überlieferungen aus fast allen Perioden noch in größerem Umfang erhalten geblieben sind.

Eine anerkannte Hilfswissenschaft zur Geschichtsschreibung und Geschichtserkenntnis ist die Sagenforschung erst durch Professor Richard Wossidlo geworden. Durch seine genaue geographische Lokalisierung der einzelnen Sagen, seine beinahe statistische örtliche Festlegung der Sagenkreise auf bestimmte Gebiete, ist es möglich geworden, Wandersagen, verschleppte Sagen und echte örtliche Überlieferungen besser zu unterscheiden.